Hoi An: Taxibetrug

Liebes Tagebuch,

ich bin überall in Hoi An herumgelaufen und ehrlich gesagt, meine Füße haben es nicht mehr ausgehalten. Also tat ich das, was ich eigentlich vermeiden wollte. Ich hielt ein Taxi an.
Nun, um genauer zu sein, humpelte ich die Straße entlang und sah wahrscheinlich etwas mitleiderregend aus, da hielt ein “Taxi” neben mir und fragte mich, wohin ich wollte. Ich sagte dem Fahrer, dass ich auf dem Weg in die Altstadt sei. Er sagte: “300.000, einsteigen!” Ich war zu diesem Zeitpunkt ziemlich aufgeregt, also stieg ich einfach ins Taxi (ich war mir nicht einmal sicher, wie viel 300.000 war).

Am Ende hielt er in einer leeren Seitenstraße an und ich gab ihm das Geld. Er entschied dann, dass der Preis gestiegen war, weil er für den Weg länger brauchte, als er erwartet hatte. Ich fragte ihn, wie viel mehr und schaute in mein Portemonnaie. Er nahm mein Portemonnaie und fing an, Geld rauszunehmen! Im Grunde leerte er meine Handtasche und gab sie mir zurück. Ich hatte keine Energie mehr zum Streiten, also stieg ich einfach aus dem Auto aus und er fuhr weg.

Als ich dann in Google Maps schaute, wo genau ich war, wurde mir klar, dass ich nicht annähernd dort war, wo ich sein sollte.
Und das war nicht alles, gerade habe ich herausgefunden, dass mich diese Taxifahrt 45 Euro gekostet hat.

Die Moral der Geschichte? Sei kein Idiot, Suzi! Steig nicht in irgendwelche Autos und wedle mit deiner Handtasche herum. Außerdem solltest du auch Google Maps benutzen, damit du weißt, wohin du fährst. 

Jeden Tag lernen wir etwas dazu, richtig?

Liebe Suzi, 

wie dir geht es vielen Reisenden aus westlichen Ländern, wenn sie sich in Asien oder Afrika aufhalten. Die Menschen sind an feste Regeln und Tarife gewöhnt, die kaum verhandelbar sind oder abweichen. Auch wenn Touristen vereinzelt mehr zahlen müssen oder sie ein wenig an der Nase herumgeführt werden, bleiben die Preise relativ stabil.

Gerade in Südostasien und Nordafrika verhält sich das ein wenig anders. Die Lebensumstände sind schwieriger, die Gehälter sehr gering und die Armut oftmals sehr hoch. Der Tourismus ist eine der Haupteinnahmequellen und die Gutgläubigkeit und Naivität von Touristen ist bekannt.
Viele trauen sich nicht zu feilschen, sind eingeschüchtert durch sprachliche Barrieren doer haben schlichtweg Angst Probleme zu bekommen.

Deswegen hier meine Tipps für dich, liebe Suzi:

1-Bevor du in dein Reiseland fliegst, informiere dich gut, wie die Taxitarife vor Ort gehandhabt werden. In Thailand beispielsweise gibt es verschiedenfarbige Taxis, die teilweise ein Taxometer, teilweise kein Taxometer benutzen. Anhand der Farbe hast du einen ersten Anhaltspunkt, wie sicher und teuer die Fahrt sein wird.

2-Lade dir aus Google-Maps die jeweiligen Karten deines Reiselandes herunter, damit du dich auch offline orientieren kannst. 

3-Je nachdem wohin du reist, kannst du Taxi-Apps nutzen, die dir von herein einen festen Preis angeben. Außerdem zeigen sie den Namen und ein Foto des Fahrers und Bewertungen von anderen Mitfahrern an. Ein weiterer Vorteil ist die optionale Kartenzahlung, die du in der App einstellen kannst. So kommt es gar nicht erst zu Verhandlungen und Streit, der Betrag wird automatisch nach Erreichen des Zielortes abgebucht. In Südostasien und Indien beispielsweise funktionieren Apps wie Uber, Grab und Ola.

4-Hab keine Angst! Wenn du eine Preisvorstellung hast bzw. den Preis für die Strecke etwa einschätzen kannst, dann bleib dabei und lass dich nur minimal aufs Feilschen ein. Der Umgangston ist am Anfang sicherlich etwas ungewohnt, aber wenn du klar und selbstbewusst bleibst, wirst du sehen, dass du und dein Preis respektiert werden.

Suzi, Kopf hoch, Brust raus und der Rest ergibt sich schon von selbst!